In
Niederbayern
gibt es zwei Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen
und etwas im eigenen Dorf zu gelten: Entweder man setzt sich
als Fußballer durch und spielt mindestens in der Bezirksliga,
oder man wird erfolgreicher Kabarettist. Beides scheint Martin
Großmann nicht zu gelingen. Er sucht Rat bei einer Psychologin
und hat auf einmal 10 Probleme mehr. Doch er kämpft weiter und
darf als Gegenleistung für das Übernehmen der Zeltwache bei
der 100 Jahrfeier des TSV Hengersberg beim Festakt 20 Minuten
auf die Bühne. Doch er provoziert die Dorfbewohner, da er eine
mit EU-Subventionen finanzierte Urlaubsreise des Bürgermeisters
mit zwei tschechischen Edelnutten auf die Bermudas zum Gegenstand
seines Kabarettprogramms macht. Warum will er unbedingt sozialkritisch
sein? Ist dies eine Trotzreaktion, weil er im Schulbus immer
stehen musste, liegt es an der Frühgeburt, oder fühlt er Schuld,
weil sein Opa sich mit Hitler arrangierte? Großmann erzählt
in der Nacht in der er Zeltwache hält und manche schießen sich
weg vor Lachen, während andere dahinter eine gewisse Tragik
vermuten, warum es so gekommen ist. Doch vielleicht ist dies
alles auch nur ein Bluff und Großmann lacht sich eins.
Der niederbayrische Senkrechtstarter, mittlerweile auch bekannt
durch seine Rolle im der neuen BR-Polzeiserie 'München
7' und als bauernschlauer FC-Bayern-Fan Max, kam mit seinem
Erfolgsprogramm "Zeltwache" auch bei den 80 Gästen in Burgkirchen
hervorragend an. Brilliant wie er mit dem Publikum spielte,
es fast schon zu Mitleid anregte, um dann aber einen absoluten
Hammergag draufzulegen.